Rentenfondsmanager sehen sich zunehmend größeren Herausforderungen gegenüber

3 Okt

Wie sagte es ein bekannter Rentenfondsmanager vor einigen Tagen in einem Gespräch mit mir so schön:

„Das Renten-Management wird immer schwieriger. Will man eine attraktive Rendite bieten, kommt es eigentlich nur noch darauf an, zu kaufen, was heute schlecht ist und morgen gut sein wird und zu verkaufen, was heute gut ist und morgen schlecht sein wird“.

Und ein paar Minuten später:

„Den Markt für europäische Anleihen kann man eigentlich in drei Gruppen einteilen: Den Kern, die Mitte und die Peripherie. Für gewöhnlich halte ich mich in der Mitte auf. Spannend ist immer die Frage, wann man besser in die Peripherie und wann in den Kern wechselt“.

Mit anderen Worten: den Bonitätsveränderungen der Emittenten kommt im vorherrschenden Niedrigzinsumfeld im Rentenfondsmanagement eine zunehmend größere Bedeutung zu. Die Zeiten höherer Zinsen, in denen jeder mit einer „Buy-and-hold-Strategie“ ein guter Rentenfondsmanager sein konnte, liegen bis auf weiteres hinter uns.

Die aus dieser Entwicklung resultierenden Konsequenzen sollten verstanden sein. Wer historische Performanceleistungen von Rentenfonds auf die Zukunft projiziert und seine Erwartungen nicht zurücknimmt, erwartet von seinen Verwaltern gegenüber früheren Zeiten ein stärkeres Market-Timing und / oder die Akzeptanz größerer Zinsänderungs- und Bonitätsrisiken.

Beides dürfte früher oder später in Ermangelung von Glaskugeln mit einer höheren Volatilität vieler Rentenfonds einhergehen. Wenn man das weiss und nicht überrascht wird, muss das kein Problem sein.

Wenn…