Fehdehandschuh

17 Okt

Wer im Mittelalter den Fehdehandschuh warf, stand als herausfordernder „Kämpe“ dar. Wer ihn aufnahm, als den Kampf akzeptierender.

Der Fehdehandschuh der europäischen ETF-Industrie liegt den Anbietern aktiv gemanagter Investmentfonds nicht erst seit gestern zu Füßen, spätestens aber seit den jüngsten verbalen Ankündigungen verschiedener ETF- Initiatoren, bis 2020 in Europa zusammen eine Billion Euro in Exchange Traded Funds verwalten zu wollen (heute rund 360 Mrd. Euro).

Die Zeichen der Zeit sollten verstanden sein: diese Wachstumsraten zwischen 10 und 15% p.a. sind nicht allein aus frischen Mittelzuflüssen zu generieren, sondern werden nur mit Umschichtungen und sich ändernden Marktanteilen (institutionelle und private Anlegerkreise) zu realisieren sein.

Hohe zweistellige Milliardenbeträge, die den ETFs europaweit seit Jahresanfang zuflossen, zeugen vom anhaltenden Trend und setzen die aktiven Fondsmanager unter Leistungsdruck. Die Transparenz der ETF-Produkte, ihre Liquidität, die zunehmende Kostensensibilität der Investoren im anhaltenden Niedrigzinsumfeld und schließlich auch die Under-Performance vieler aktiv gemanagter Fonds angesichts haussierender Märkte gegenüber ihren Vergleichsmaßstäben katalysieren das Geschäft mit den „Modellbau-Investmentlösungen im Massstab eins zu X“.

Es ist Zeit, die Herausforderung anzunehmen und sich dem Wettbewerb zu stellen: Benchmark-Tracking reicht nicht mehr!

Wer die Entwicklung negiert, wird schon bald mit den Zähnen knirschen. Unabhängig davon, ob er den Kopf wie der Vogel Strauss selbst in den Sand gesteckt hat oder von den Anleger auf den Boden der Tatsachen geschickt wurde.