ABM für Versicherungen und Vermittler?

17 Nov

„Rettet Riester!“ tönt es aus den Medien. 2009 wurden noch 1,16 Millionen Verträge vermittelt, 2013 waren es gerade einmal noch 453.000. Klingt irgendwie ein bisschen nach „Rettet den Wald“. – und auch da widersprechen sich die Aussagen, was sein Sterben betrifft.

Die Versicherungsindustrie drängt derzeit dem Vernehmen nach die Bundesregierung dazu, die Riesterrente zu vereinfachen und die Zulagen zu erhöhen.

Im Gegenzug will man sich – so ist zu hören – für eine Deckelung und Neuordnung der Provisionen einsetzen und keine Anreize zur Abwerbung oder Umdeckung bestehender Verträge mehr geben. – Warum eigentlich erst jetzt?

Die geforderten Erhöhungen der Riester-Zulagen erinnern mich langsam an die Subvention der Kohleindustrie und ein altes Sprichwort der Dakota Indianer:

„Wenn Du erkennst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab“

Vielleicht sollten wir über diese Weisheit auch einmal im großen Lebensversicherungs-Reservat nachdenken.

Brauchen wir noch eine weitere Arbeitsbeschaffungsmaßnahme (ABM) einer ganzen Industrie, die gleich in doppelter Hinsicht auf Bürgerkosten finanziert werden muss?

Zum einen durch höhere Zulagen, die den Staatshaushalt belasten? Zum anderen durch eine inflexible und wenig rentierliche Anlageform, der Millionen auf die Förderung schielender Bürger aufsitzen und sich höhere Opportunitätsgewinne anderer Anlagealternativen über die Laufzeit entgehen lassen?

Wenn die Deutschen allem Anschein nach die Inflexibilität, die niedrigen Erträge und die vergleichsweise hohen Kostenbelastungen von kapitalgebundenen Versicherungsverträgen zunehmend scheuen, seien sie nun „geriestert“, „gerürupt“ oder konvenionell abgeschlossen, frage ich mich wirklich, ob wir noch mehr Steuergelder einsetzen sollten, um daran etwas zu ändern.

Ich persönlich bin dagegen, Sättigungstendenzen einzelner Märkte auf diesem Wege überwinden zu wollen und Bürger über Zulagen wie den sprichwörtlichen Hund zu einer Jagd tragen zu wollen, an der er gar nicht teilnehmen will.

Wenn es so einfach ist, für seine Überzeugungen staatliche Zulagen einzufordern rufe ich: „Rettet die Fondssparpläne!“ – und zwar nicht die „geriesterten“