Mutation?

27 Nov

Knapp ein Drittel aller kapitalgebundenen Versicherungsprodukte werden einer aktuellen Studie des Hauses „Towers Watson“ zufolge in Deutschland inzwischen in Bankfilialen vertrieben – immer häufiger in Form von Einmalanlagen.

Der Bankberater als Versicherungsvermittler? Kann das sein?

Ja! Leider!

Das Niedrigzinsumfeld macht dem Geschäftsmodell der Bankinstitute erkennbar zu schaffen und der Trend zum Vertrieb von Versicherungen dürfte aus meiner Sicht eine Fortsetzung erfahren.

„Leider“ insofern, als die Absatzahlen der Anlagealternative Investmentfonds darunter „leiden“ werden – trotz ihrer Flexibilität und der langfristigen Anlagehorizonte, die erwarten lassen, dass die Fondsanlage gegenüber der Versicherungslösung bei entsprechend hoher Beimischung von Aktien die wesentlich attraktiveren Renditechancen bietet.

Warum fällt es den Fonds so schwer, in den Filialen zu punkten?

Die Gründe liegen auf der Hand: keine Diskussionen über Volatilität, höhere Provisionen, weniger Beratungs- und Dokumentationsaufwand, kleineres Haftungsrisiko.

Bleibt zu hoffen, dass immer mehr Anleger die Flexibilität der Fondsanlage zu schätzen lernen und sich die Kostenstrukturen von Versicherungslösungen genauer betrachten. Dass sie endlich verstehen, dass ihnen die in Versicherungen in Aussicht gestellten Ablaufleistungen auch nur unter bestimmten Annahmen versprochen werden und sich die Berechnungen nur auf jene Summen beziehen, die tatsächlich zur Anlage kommen.

Die Fondsanlage braucht eigentlich keinen Fürsprecher. Es würde ihr schon helfen bis reichen, wenn auf bedeutenden Vertriebswegen nicht systematisch gegen sie argumentiert und für andere plädiert würde.

Will man daran etwas ändern, muss man sich zunächst einmal eingestehen, dass regulatorische Ungleichbehandlungen bestehen und die Incentivierung einzelner Anlageformen die Objektivität einschränkende Fehlanreize setzen könnte.