Henne-Ei-Problematik?

4 Dez

„In welchen Fonds lohnt sich denn der Einstieg derzeit noch?“

…wurde ich diese Woche in einem Fernsehinterview gefragt. Die Frage spielte natürlich auf die „ausgelutschten“ Rentenmärkte und die Höchststände von Dow Jones, S&P 500 und DAX an.

Meine Antwort, die im 2-Minuten-30-Format naturgemäß kurz ausfallen muss, lautete sinngemäß:

„Anlagechancen sind immer eine Frage der Perspektive und des Anlagehorizonts. Die genannten Aktien-Indizes bieten langfristig auch auf dem heutigen Niveau Chancen und lenken davon ab, dass andere Märkte von ihren zwischenzeitlichen All-Time-Highs noch weit entfernt sind. Beispiel: EuroSTOXX 50 oder auch verschiedene Schwellenländer.“

Es war mir wichtig zu unterstreichen, dass die Alternative zu Anlagen in den genannten Märkten nicht das „Nichts-Tun“ im Sinne der „Unterlassung“ ist, sondern die Ermittlung anderer Anlagechancen, die es immer gibt. Man muss sie nur suchen.

Traut man sich als Anleger die Auswahl und das Timing von Assetklassen, Märkten und Titeln nicht selbst zu, muss man sie anderen professionellen Verwaltern, beispielsweise den erfolgreichen Managern aktiver Fonds überlassen.

Die Frage erinnerte mich aber auch an eine andere, häufig von Anlegern gestellte:

„Sehen Sie aktuell irgendwo Anlagechancen? Gegebenenfalls, hätte ich vielleicht noch etwas Geld anzulegen.“

Warum muss ich dabei eigentlich immer an die sprichwörtliche „Henne-Ei-Problematik“ denken?

Vielleicht von daher als ich mich frage, was denn nun zuerst da ist, die Summe, die zur Anlage gebracht werden soll oder die Chance, für die Gelder gesucht oder Konsumverzicht ausgeübt werden soll?

Der eine oder andere Anleger ist gut beraten über diese Kausalkette und ihre wechselseitigen Beziehungen, über Ursache und Wirkung (Notwendigkeit) noch einmal in Ruhe nachzudenken.

Hier geht es zum Video des Interviews bei der n-tv Telebörse vom 01.12.2014