Trivialität des Liquiditätsmanagements war gestern!

17 Apr

Das Liquiditätsmanagement von Fonds gewinnt an Bedeutung und stellt die Manager zunehmend vor Herausforderungen.

Nicht nur, dass ihnen das „Rendite-Grundrauschen“ einer Kassenverzinsung durch die Depotbank abhanden gekommen ist, das in der guten alten Zeit zumindest die laufenden Fondskosten deckte; – dienstältere Vermögensverwalter erinnern sich immer noch gern. Sie werden im Umkehrschluss sogar immer häufiger mit „negativen Zinsen“ konfrontiert und für die Vorhaltung von Liquidität regelrecht bestraft.

Eben die ist aber wichtig, um Rückgabebegehren von Anteilinhabern jederzeit bedienen und bei erkannter Opportunität Wertpapiere kaufen zu können. Damit nicht genug, mutiert die Liquidität im Niedrigzinsumfeld immer stärker zu einer eigenen Assetklasse. „Hantel-Strategie“ wird bisweilen jene Risiko-Kompensations-Funktion genannt, die der Kasse zwischen offensiveren Investitionen wie Hochzinsanleihen und Aktien zukommt. Die Liquidität wird zu diesem Zweck strategisch höher gewichtet und übernimmt stabilisierende Aufgaben, die früher Staatsanleihen guter Bonität im Portfolio zugekommen wären. – Umso höher, als vorausschauende Manager auch einer möglicherweise eingeschränkten Handelbarkeit ihrer bestehenden Investitionen in Krisenzeiten Rechnung tragen.

Was wird unternommen, um der Bedeutung des Wortes „Liquiditätsmanagement“ gerecht zu werden? Wie erklärt sich die Höhe der Kasse, wie ihre Struktur? Welche Chancen werden genutzt, um den Preis welcher Risiken werden sie erkauft? Es lohnt sich den Fondsmanagern auf die Finger zu schauen oder andere damit zu beauftragen.

Die Zeiten, in denen das Liquiditätsmanagement trivial und ohne größeren Einfluss auf die Gesamtrendite des Fonds gewesen sein mag, liegen hinter uns.

Erschienen am 11.04.2015 in der Euro am Sonntag