Sind Fonds „systemrelevant“? – Eine Frage der Perspektive!

3 Jun

Wahrscheinlich nicht in dem Sinne, den der Finanzstabilitätsrat und die internationale Vereinigung der Wertpapieraufsichtsbehörden derzeit anscheinend unterstellen. Sie suchen das Phänomen der „Schattenbanken“ in den Griff zu bekommen. Ein Ziel, das sie grundsätzlich ehrt. 

Per Definition gilt ein Finanzinstitut als systemrelevant, wenn sein Zusammenbruch die Funktion des globalen Finanzsystems und der Realwirtschaft gravierend beeinträchtigen würde.

Mit Sicherheit sind Fonds aber in sofern „systemrelevant“, als ihnen eine wichtige Finanzierungsfunktion der Wirtschaft und der Infrastruktur zukommt und sie jedermann vielfältige Möglichkeiten bieten, einkommensorientiert am Wirtschaftsleben zu partizipieren. Von daher sollten alle Beteiligten mit der Anlageform sensibel umgehen und sie bei allem Verständnis für die Notwendigkeit einer angemessenen Finanzmarktregulierung nicht leichtfertig beschädigen oder mutwillig in ihrer Flexibilität einschränken.

Somit schliesse ich mich der Stellungnahme des Deutschen Fondsverband BVI an, der fordert, OGAWs und andere regulierte Investmentfonds, die vergleichbar strenge Anlagevorschriften und Anlagegrenzen sowie eine Beschränkung des zulässigen Leverage einzuhalten haben, aus der Diskussion um die Identifizierung von systemrelevanten Instituten auszunehmen.

Dieser Artikel erschien am 02.06.2015 auf www.boerse-online.de

Für Börse Online kommentiert Björn Drescher wöchentlich mit „Return: Der Investmentkommentar“ Ereignisse aus der Fondswelt.