Nicht über das Ziel hinausschießen

23 Jul

Aus Angst vor der „Finanziellen Repression“ sehen sich die Deutschen verstärkt nach Schutz bietenden Anlagealternativen um. Und das ist auch gut so. Leider werden sie dabei aber immer häufiger zur leichten Beute anderer Marktteilnehmer, die ihnen unwirtschaftliche Offerten unterbreiten oder sie schlicht übervorteilen wollen. 

Nicht nur, dass für Immobilien in Ballungszentren mittlerweile atemberaubende Preise gezahlt werden, es wird auch auf fast alles „geschossen“, was sich bewegt und nicht bewegt: Ölbohr-Beteiligungen, Seltene Erden, Edelhölzer, Kunst, etc.. Nicht dass diese Dinge nicht auch einen Platz in der Ökonomie und der Kapitalanlage hätten, die Frage ist nur, wer ihre Werte beurteilen kann und wie liquide sie sind.

Drum prüfe, wer sich länger bindet – mit welcher Story, welchem Instrument, Vehikel oder Objekt er sich zu schützen sucht. Auf das der aus diesen Anlageformen möglicherweise resultierende Schaden nicht größer werde als der maximale Effekt („Opportunitätsverlust“), den die „Kalte Enteignung“, der man eigentlich vorbeugen wollte, auf das Vermögen hätte haben können.

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Einfach mal tiefer anhalten beim Zielen: zum Beispiel auf gut gemanagte Misch-und Aktienfonds

Dieser Artikel erschien am 22.07.2015 auf www.boerse-online.de

Für Börse Online kommentiert Björn Drescher wöchentlich mit „Return: Der Investmentkommentar“ Ereignisse aus der Fondswelt.