Bist Du noch „Multi-Asset“ oder schon „Absolute-Return“?

8 Jan

Verfolgt man die jüngste Debatte über die Zukunftstauglichkeit klassischer Multi-Asset-Fonds, ist man irgendwie an die Werbung eines bekannten Möbelhauses erinnert: „Wohnst Du noch oder lebst Du schon?“ Impliziert sie doch ebenso wie die aktuellen Studien und Thesen eine inhaltliche und qualitative Abgrenzung von Wettbewerbern, verbunden mit dem Anspruch auf die Neudimensionierung bestehender Produktlösungen.

Im Kern wichtig und richtig, wird die Diskussion leider einmal mehr zu pauschal und ohne einheitliche Definitionen geführt. Was ist ein „klassischer Mischfonds“, ein „Multi-Strategiefonds“, ein „vermögensverwaltender Fonds“ und was ein „Absolute-Return-Fonds? Im Zweifelsfall das, was man in diese Worthülsen interpretiert und mit einander vergleicht.

Jeder Fondsmanager steht in der Zukunft vor Herausforderungen: anhaltendes Niedrigzinsumfeld, geopolitische Risiken, Notenbankinterventionen, siebtes Jahr per Saldo steigender Aktienkurse, veränderte Korrelationen, etc.; – nicht nur die Manager „klassischer Mischfonds“, die es angeblich nicht mehr bringen sollen. Es empfiehlt sich, die Erwartungen etwas zu zügeln und die Augen offen zu halten, wie individuell agiert und reagiert wird. Dabei sollte grundsätzlich kein Manager und kein Fondstyp Vorschusslorbeeren genießen, – weder „klassische Multi-Asset-Lösungen“ noch „Absolute-Return-Fonds“.

Erschienen in der Euro am Sonntag