Kausalsatz

6 Apr

Unter einem Kausalsatz versteht man in der Grammatik einen speziellen Nebensatz, der den Grund für einen Sachverhalt im Hauptsatz näher beschreibt. Häufige Konjunktionen sind „weil“ und „da“.

Machen wir einmal ein Beispiel: „Weil so viele Fonds langfristig schlechter als ihre Vergleichsindizes abschneiden, konzentrieren sich die Mittelzuflüsse in einer transparenter werdenden Investmentwelt auf einige wenige herausragend gute Fonds, deren Strategien zu verwässern drohen“. Oder auch: „Die Strategien einiger herausragender Fonds, die ihre Vergleichsindizes nachhaltig schlagen, drohen zu verwässern, da ihnen in einer transparenter werdenden Investmentwelt so viele Gelder anvertraut werden“.

Zwei voneinander eigentlich unabhängige Meldungen der vergangenen Wochen stehen interpretativ in meinen Augen sehr wohl in einem Zusammenhang: Die Deutsche Asset Management schließt im Rahmen einer Qualitätssicherungsmaßnahme die Pforten des DWS Aktien Strategie Deutschland, der ein Volumen von rund 3,2 Mrd. Euro erreicht hat. Allein im vergangenen Jahr flossen dem Fonds für deutsche Aktien, der 40% seiner Mittel in Nebenwerte investiert, 1,3 Mrd. Euro zu, seit Januar weitere 280 Mio. Euro. Andernorts präsentiert S&P Dow Jones die Ergebnisse einer neuen Langzeitstudie, die belegt, dass 86,3% der aktiv gemanagten Europa-Aktienfonds auf Sicht von zehn Jahren schlechter als ihre Benchmark abschneiden; – bei den internationalen Aktienfonds sollen es sogar 97,8% sein.

Was lernen wir daraus? Gutes aktives Fondsmanagement ist nicht tot, wie es oft fälschlicherweise heißt: es ist nur selten. Wer es identifizieren kann, sollte schnell zugreifen, bevor die entsprechenden Fonds sich in geschlossene Gesellschaften verwandeln.

Erschienen in der Euro am Sonntag