Absolute-Return 3.0?

25 Apr

…oder doch schon 4.0? So genau kann man das, je nach Lesart, kaum sagen. Auf jeden Fall ist es nicht das erste Mal, das am „absolute-return-Gedanken“ orientierte alternative Investmentstrategien als Projektionsfläche unerfüllter Anleger- und Beraterwünsche dienen; – aktuell sollen sie anscheinend gerade leisten und liefern, was klassische Multi-Asset-Fonds zuletzt schuldig blieben: stabile Erträge bei niedrigen Kursschwankungen.

Einmal mehr entsteht dabei leider wieder vielfach der Eindruck, es gäbe systematisch erzielbare risikolose Erträge in liquiden Anlageformen. Gab es in den vergangenen Jahrzehnten nicht genug Marktphasen und Produkte, die vom Gegenteil zeugen? Hat sich obendrein nicht deutlich genug erwiesen, dass alternative Investmentstrategien oftmals in Publikumsfonds mit unangemessen hohen, die Renditen kannibalisierenden Kostenstrukturen, belastet werden?

Anbieter, Berater und Medien sind gut beraten, die sprichwörtliche Kirche an dieser Stelle im Dorf zu lassen und ein realistisches Erwartungsmanagement zu betreiben. Je besser ihnen das gelingt, umso länger könnten alle Beteiligten diesmal ihre Freude an den aus dem absolute-return-Trend erwachsenden Geschäften haben.

Erschienen in der Print-Ausgabe von Das Investment