Schlägt das Imperium zurück?

16 Dez

Zumindest scheint es festen Willens zu sein. Oder wie sonst sollen wir verschiedene Statements aktive Strategien verfolgender Asset-Manager in den vergangenen Wochen verstehen, die sich überzeugt zeigen, dem Siegeszug der Indexfondsanbieter in den Absatzstatistiken früher oder später Einhalt gebieten zu können?

Ihr Kalkül: Je mehr Investoren passive Strategien verfolgen, um so einfacher müsste es aktiv agierenden Fondsmanagern fallen, sich die Automatismen der Wettbewerber zu Nutze zu machen und aus Gegenpositionierungen Kapital zu schlagen. Sie sind überzeugt, dass das Markt-Beta nach langjähriger Hausse an den Renten- und Aktienmärkten tendenziell stärker in den Hintergrund rückt und Alpha zur wichtigsten Renditequelle avanciert. Soweit die Theorie! Wird da bisweilen im dunklen Wald gepfiffen? Ist da der Wunsch der Vater des Gedankens? Vielleicht finden wir die Antworten auf diese Fragen schneller als man denkt.

Schließlich klingt es derzeit aus den USA so, als wenn die Nagelprobe gar nicht mehr so lange auf sich warten ließe. So ist zu vernehmen, dass bereits heute ein Drittel aller Transaktionen am US-Aktienmarkt passiven Investoren zuzuschreiben ist. Tendenz steigend. Inzwischen zeigt sich, wie zu hören ist, auch die Börsenaufsicht SEC etwas verunsichert und will sich nun eingehender mit ETFs und ihren Auswirkungen auf die Preisbildung an den Märkten beschäftigen. Und auch die Wissenschaft tritt auf den Plan und mahnt negative Auswirkungen flächendeckender Investments nach dem Gießkannenprinzip an. Erste Vertreter fordern bereits der Größe von Fondsgesellschaften regulatorische Grenzen zu setzen.