Ausreden gelten nicht!

6 Mrz

Die jüngst veröffentlichten Absatzzahlen des deutschen Fondsverbandes (BVI) für das Kalenderjahr 2016 führen uns vor Augen, wie stark sich deutsche Anleger leider immer noch vom Markt-Beta beeinflussen lassen. Gerade einmal gut sechs Mrd. Euro flossen den Publikumsfonds in diesem Betrachtungszeitraum zu; – in den zwölf Monaten zuvor war es noch ein Vielfaches.

Psychologisch nachvollziehbar, für die Erzielung langfristig attraktiver Renditen indes völlig kontraproduktiv, lassen sich die Anleger bedauerlicherweise immer wieder von Schwächephasen, Markteinbrüchen oder bevorstehenden Ereignissen beeindrucken und in der Folge von Investitionen abhalten. Sie kaufen am liebsten dann, wenn der sprichwörtliche Himmel voller Geigen hängt und die Violinen spielen und nicht, wenn die Kanonen donnern.

Jede Verunsicherung dient als Erklärung für unterlassene Investitionen: im vergangenen Jahr beispielsweise die Sorge um das chinesische Wirtschaftswachstum, das Brexit-Votum, das Italien-Referendum oder auch die US-Präsidentenwahl. Wer sich so treiben lässt, verkennt dabei, dass diese Ereignisse und Einbrüche auch antizyklische Kaufgelegenheiten bieten können, die für die Erzielung überdurchschnittlicher Gewinne von großer Bedeutung sind.

2017 bietet nun wieder ein ganzes Bündel solcher Ereignisse und Ausreden: Wahlen mit ungewissem Ausgang in den Niederlanden, Frankreich, Deutschland und vielleicht auch Italien, die Zinswende in den USA und obendrein sollen Börsenjahre mit einer 7 ohnehin statistisch mehrheitlich schlechte sein, wie zum Beispiel 1987, 1997 und 2007.

Ausreden gelten nicht! Schließlich lassen sich Beträge, die für Einmalanlagen vorgesehen sind (Zeitpunktentscheidungen) auch verteilen (Zeitraum): individuell oder in Form automatischer Mechanismen; – denken wir nur an Fondsspar- oder Kombipläne, von denen wir Deutschen immer noch viel zu wenig Gebrauch machen.