Wer hat Angst vor der Volatilität?

2 Mai

„Niemand“! „Und wenn sie kommt?“ „Dann laufen wir“! – Na, hoffentlich nicht. In Anlehnung an ein altes Kinderspiel, in dessen Mittelpunkt der „böse Wolf“ steht, sollten wir uns in Erinnerung rufen, dass Gelassenheit angesagt ist, wenn die Volatilität an den Kapitalmärkten, wie von manchem bereits erwartet, in nächster Zeit tatsächlich spürbar anziehen sollte. Zumindest zeugen zwischenzeitliche Spitzen der Volatilitäts-Indizes wie V-DAX oder V-STOXX, die man als in die Zukunft gerichtete Nervositätsbarometer verstehen darf, davon, dass es schon in absehbarer Zeit auch wieder Phasen geben könnte, in denen Investoren einen größeren Absicherungsbedarf erwarten oder bereit sind, auf höhere Kursschwankungen zu spekulieren.

Gründe für die Nervosität gibt es sicher viele: die politische und ökonomische Unberechenbarkeit der „America-First-Politik“, den Nachhall der Zinswende in den USA, mögliche Auswirkungen des europäischen Superwahljahres für den Fortbestand der EU oder einfach nur den Umstand, dass die Aktien-Hausse nun schon in ihr neuntes Jahr geht. Wie sagte es ein Fondsmanager unlängst so schön: „Aktien sind im aktuellen Niedrigzinsumfeld vielleicht alternativlos, aber sicherlich nicht risikolos“!

Alles richtig und trotzdem kein Grund für hektischen Aktionismus. Wer jetzt verunsichert Gewinne mitnehmen oder Investitionen zurückstellen will, muss für sich zwei schwere Fragen beantworten. Erstens: Wohin damit? Zweitens: Wann ist ein besserer, um nicht zu sagen der richtige Zeitpunkt, wieder einzusteigen?

Kursschwankungen als solche sind nicht verwerflich und gehören zum Börsenspiel dazu. Mal sind sie kleiner, mal größer. Grund genug, breit zu streuen, mit langfristigen Anlagehorizonten zu planen, regelmäßig Beträge zu investieren und sich nicht von der kurzfristigen Nachrichtenlage verunsichern zu lassen.