Konstruktive Kritik

21 Jun

Der folgende aktuelle Leser-Kommentar unter einem unlängst erschienenen Bericht (Post) zur Sinnhaftigkeit von Indexinvestments eines bekannten Branchendienstes müsste Finanz-Journalisten und Informationsdienstleistern eigentlich in den Ohren klingeln und sie noch grundsätzlicher und öfter über die Qualität und Relevanz ihrer Beiträge und Kommentare nachdenken lassen. Mir geht es zumindest so! Unbetroffen will ich diesen Kommentar als Ansporn nehmen, Sie – liebe Leser -, auch zukünftig nicht zu langweilen.

„Die Meldung ist von Bloomberg und über einen Monat alt, „…“ hatte damals davon berichtet. Den Einfluss sieht man auch an der sehr ähnlichen Überschrift. Der Rest ist abgeschrieben aus der Meldung von „…“ Vielleicht macht Ihr Euch auch mal wieder eigene Gedanken 😉 Und warum soll ich als Leser dann auch noch auf zwei Artikel weitergeleitet werden, die ein halbes oder über ein Jahr alt sind?“

Der Kommentar legt den Finger in eine immer deutlicher klaffende Wunde des (Finanz-) Journalismus. Gemeint ist der bisweilen verzweifelte Versuch mit begrenzten, oftmals sogar schrittweise reduzierten journalistischen Kapazitäten, den redaktionellen Herausforderungen des Online-Zeitalters (Aktualität, Output-Menge, Relevanz) begegnen zu wollen oder zu müssen. Weniger wäre da oft mehr, widerspricht aber nicht selten Redaktionsplänen, Mediadaten und anderen Verpflichtungen.

Wie man sieht, werden Improvisation und Effekthascherei den Lesern, Zuschauern und Zuhörern immer bewusster. Freuen wir uns doch, wenn die Kritik noch zum Ausdruck gebracht und nicht gleich abgeschaltet wird.