Selbst besser machen

6 Dez

Verkürzung der CO2-Bilanz ist, wenn 25.000 Menschen aus aller Welt zu einer Konferenz nach Deutschland reisen, um 14 Tage lang über die Begrenzung des Ausstoßes von Treibhausgasen zur Bekämpfung des drohenden Klimawandels zu diskutieren.

Für manchen klingt es wie ein Treppenwitz der Geschichte, wenn man sich die Faktenlage rund um die jüngste Weltklima-Konferenz vergegenwärtigt. – Immerhin die 23. ihrer Art, dieses Jahr stellvertretretend für Fidschi ausgerichtet, einen Staat, der dem steigenden Meeresspiegel bereits Tribut zollt.

Angesichts der ernsten Lage können wahrscheinlich weder Befürworter des Weltklima-Gipfels noch Kritiker über diesen Zynismus lachen. Letztere stoßen sich vor allem an den mageren Ergebnissen der Konferenz, die von den Veranstaltern bereits im Vorfeld als „Arbeitstreffen“ charakterisiert wurde, um Erwartungen zu dämpfen. Sichtbarste Resultate des Gipfels sind Vorschläge für ein neues Regelwerk zur Umsetzung des „Pariser Klimaabkommens“, Einigkeit in einigen Finanzierungsfragen zur Unterstützung ärmerer Staaten bei der Bewältigung der Folgen klimatischen Wandels und Annäherungen im Zuge der Entwicklung einheitlicher Messungen des CO2-Ausstoßes. Klingt nicht nach griffigen Sofortmaßnahmen – aber besser als nichts.

Wer sich, ob nun zu recht oder zu unrecht in diesem Zusammenhang mokiert, ist herzlich eingeladen, Eigeninitiative zu zeigen. Gelegenheit dazu verschaffen nicht nur das eigene Wohn-, Reise- und Lebensverhalten, sondern auch die Kapitalanlage. Es sei daran erinnert, dass das Angebot ESG-konformer und nachhaltiger Investmentfonds, die unter anderem auch den klimatischen Herausforderungen Rechnung tragen, immer deutlicher den Kinderschuhen entwächst und zeigt, dass eine verstärkte Rücksicht auf die Natur gesunden Renditen nicht im Wege stehen muss.