Gehirnwäsche

13 Feb

Einmal mehr belegen aktuelle Studien: Die Deutschen haben ein gestörtes Verhältnis zur Wertpapieranlage im allgemeinen und zur Aktie, die sie als Spekulationsobjekt verkennen, im besonderen. Vielfach wird sogar ein direkter Zusammenhang zwischen dem Besitz von Aktien und dem Besuch von Spielcasinos hergestellt.

Gründe dafür gibt es sicher viele: beispielsweise die Erziehung, die einem beibringt, dass man nicht über Geld spricht, die Rolle des Staates, der es versäumt größere Investitionsanreize zu schaffen und das gesellschaftliche Bild vom Unternehmertum, das eher in der Kapitalismuskritik mündet als von Wohlstandseffekten zu berichten. Eine latente, häufig übersehene, aber durchaus sehr weitreichende Form psychologischer Manipulation darf man auch in der Film- und Unterhaltungsindustrie suchen. Was da aus Hollywood und anderen Filmstudios an mentaler Programmierung auf uns einwirkt, ist nicht ohne.

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, wie stark die weltweite Filmindustrie mit Streifen wie etwa „Wall Street“, „Das Geld anderer Leute“, „die Glücksritter“ oder auch der Serie „Billions“ die Börsen verunglimpft, zum Tanz um das goldene Kalb stilisiert und das spekulative Image von Aktienanlagen stärkt? Von kriminellen Machenschaften der Marktmanipulation in Form des „Front-Running“ oder auch dem Gebrauch von Insider-Informationen ganz zu schweigen.

Wo sind die Filme, die uns vorleben, wie einfache Menschen über Fondsanlagen zu vergleichsweise nennenswertem Vermögen kamen und anderen Leuten dabei halfen, sie auf diesem Wege zu begleiten? Ja, ich weiss schon, ist zu langweilig, wird kein Kassenschlager in den Kinos und birgt zu wenig Klickzahlen für Internet-Serien. Vielleicht sollte man einmal einen Preis für ein gutes Drehbuch dieser Art ausloben.

 

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