Pareto hätte seine Freude gehabt

21 Feb

Das nach Vilfredo Pareto (1848-1923) bezeichnete „Pareto-Prinzip“ beschreibt ein statistisches Phänomen. Danach trägt eine kleine Anzahl hoher Werte einer Wertemenge mehr zu deren Gesamtheit bei als die hohe Anzahl der Werte dieser Menge. Der Volksmund übersetzt diese Verteilung oftmals gerne mit „80:20-Regel“, wonach 80% der Ergebnisse mit 20% des Aufwandes erreicht werden und 20% der Ergebnisse 80% des Aufwandes verursachen.

Schaut man sich die Nettomittelzuflüsse der dem Deutschen Fondsverband (BVI) angeschlossenen Investmentgesellschaften im Jahresverlauf 2017 an, wird der fortschreitende Konzentrationsprozess der Branche immer deutlicher. Flossen den insgesamt 48 Anbietern zusammen netto 71,8 Mrd. Euro zu, entfiel davon alleine schon auf den absatzstärksten Player, die Deutsche AM Gruppe, mit 18,9 Mrd. Euro ein Viertel. Die Top 3, zur Deutschen AM kommen hier Allianz Global Investors und Union Investment hinzu, kommen zusammen auf 48,3 Mrd. Euro, mithin auf 66% der Nettomittelzuflüsse, die Top 5 auf 80%, die Top 10 auf 93%.

Es zeigt sich immer deutlicher: in einer zunehmend transparenteren Investmentwelt konzentriert sich der Fondsabsatz auf die wenigen Investmentgesellschaften, die über angestammte Absatzwege verfügen und/oder qualitativ besonders herausragende Produktleistungen vermarkten können. Besonders glücklich schätzt sich, auf wen beides zutrifft. Aus der Gesamtheit der verwalteten Mittel auf die Verfassung einzelner Marktakteure schließen zu wollen, verbietet sich. Schließlich hatten 19 Anbieter im Jahresverlauf 2017 Nettomittelabflüsse zu beklagen.