Kein Festgeldersatz!

8 Okt

Kein Festgeldersatz

Wer sich als Privatanleger nach kurzfristigen Termin- und Festgeldanlagen umsieht, wird angesichts der vorherrschenden Zinswüste rasch Alternativen erwägen. In der Folge schweift der Blick oft in den Fondsbereich und verharrt bei „defensiven“ und „konservativen“ (vermögensverwaltenden) Mischfonds. Suggerieren viele der historischen Renditen hier doch eben jenen Schnaps Ertrag mehr, den Termingelder derzeit vermissen lassen – obendrein noch bei täglicher Verfügbarkeit. Zu schön, um wahr zu sein.

So ist es! Diese Fonds stellen mitnichten einen Festgeldersatz dar. Auch dann nicht, wenn einzelne Anbieter den Anlegern genau dieses Gefühl zu vermitteln suchen. Detailliertere Performance-Betrachtungen lassen oftmals erkennen, dass die historisch attraktiven Performanceergebnisse, die vor allem einer 30-jährigen Rentenhausse zu danken sind, in den letzten Jahren erheblich geschliffen wurden und zuletzt auch von höherer Volatilität gekennzeichnet sind. Sagen wir doch, wie es ist: die defensiven Mischfonds leiden ebenfalls unter den veränderten Charakteristika der Anlageklasse Renten, schwanken mit ihrem Aktienanteil und sind obendrein zumeist überteuert.

Vor diesem Hintergrund sind Privatanleger derzeit gut beraten, ihre Anlagehorizonte genau zu prüfen. Weiß der Anleger, dass er sein Geld innerhalb der nächsten drei Jahre benötigt, sei es für Steuernachzahlungen, den Immobilienerwerb oder was auch immer, sollte der Betrag schlicht geparkt werden. Und sei es auch für wenig oder sogar keinen Ertrag. Die Chancen einer Anlage in defensive Mischfonds erscheinen in Relation zu den Risiken unproportional. Im Umkehrschluss sollte jeder Euro, der länger angelegt werden kann, wirklich investiert werden, also nicht in defensive Mischfonds, sondern in solche Produkte, die chancenorientierter mit größeren Aktienquoten arbeiten und höhere Renditen erwarten lassen.