John C. Bogle: ein Name, den man in Erinnerung behalten sollte

4 Feb

Als privater Anleger kann und will man sich oftmals nicht viele Namen von Persönlichkeiten der Finanzbranche merken. – Mancher hat schon genug damit zu tun, sich der Verwandten, Kollegen und Nachbarn zu erinnern. Ja, der Reichtum der Fugger, eines Rockefeller, Onassis, Gates oder Bezos, mag ob seiner Strahlkraft in Erinnerung geblieben sein. Auch Oppenheim, Morgan und Templeton mögen manchem als Bestandteil von Marken noch geläufig sein. Wie aber steht es um erfolgreiche Investoren? Da reicht es fast immer bei denen, die sich nicht eingehend mit Kapitalanlagen beschäftigen, auf Nachfrage allenfalls für einen „Warren Buffet“. Er hat es sich verdient.

Mindestens einen Namen sollte aber jeder, der Geld in Fonds anlegt, seiner persönlichen „Hall of Fame“, egal wie klein sie ist, hinzufügen: Den des kürzlich im Alter von 89 Jahren verstorbenen John C. Bogle. Nicht nur, weil er 1974 die Investmentgesellschaft Vanguard, immerhin die heutige Nummer Zwei im Asset Management begründete und bis 1996 persönlich führte. Vor allem aber um seine an Schlichtheit kaum zu überbietende Anlagestrategie mittels passiver Investmentvehikel zu würdigen, die er als Vermächtnis hinterlässt. Er hat die Idee über Indizes zu investieren mit seinen Produkten erst praktikabel gemacht und andere zur Nachahmung motiviert. Seine Botschaft: Investition auf sehr lange Sicht, keine Ablenkung durch kurzfristige Störgeräusche, Konzentration auf die Dividende, breite Streuung und niedrige Anlage-/Steuerkosten.

Von diesem Gedankengut profitieren heute nicht nur viele Inhaber von Exchange Traded Funds, sondern auch die aktiv gemanagter Fonds. Schließlich wurden letztere von Bogles Erfolgen unter Kosten- und Leistungsdruck gesetzt und aus ihrer oftmals zu beobachtenden selbstgefälligen Komfortzone vertrieben.